Letzte Aktualisierung: 26. November 2021

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MINT-Herbstreport 2021: MINT Fachkräftelücke übersteigt erstmals Vor-Corona-Niveau

Im Oktober 2021 besteht im MINT-Bereich eine Arbeitskräftelücke in Höhe von 276.900 Personen. Im Vergleich zum Oktober 2020 entspricht dies einem Zuwachs in Höhe von 155 Prozent. Die bundesweite Arbeitskräftelücke im MINT-Bereich liegt daher wieder deutlich höher als noch vor einem Jahr (Oktober 2020). Erstmals ist die Lücke sogar größer als im entsprechenden Vergleichsmonat vor Corona im Jahr 2019.

Mit 130.100 Personen bestehen die größten Engpässe in den MINT-Facharbeiterberufen. Differenziert nach MINT-Bereichen zeigt sich der größte Engpass in Energie-/Elektroberufen, in Maschinen-/Fahrzeugtechnikberufen und in IT-Berufen.

Der demographische Ersatzbedarf ist bei den MINT-Facharbeitern besonders hoch und beträgt rund 270.800 Personen pro Jahr und wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Das jährliche Neuangebot an beruflich qualifizierten MINT-Facharbeitern wird in den kommenden Jahren deutlich unter dem demografischen Ersatzbedarf liegen.

Der Fachkräftebedarf wird aufgrund der Energiewende weiter steigen

Viele Unternehmen ab einer Größe von 250 Mitarbeitern erwarten einen steigenden Bedarf an IT-Experten, Ingenieuren/Umweltingenieuren und sonstigen Fachkräften zur Entwicklung klimafreundlicher Technologien und Produkte.

Starker Zuwachs bei der Beschäftigung im IT-Bereich

Während die Beschäftigung in den MINT-Facharbeiterberufen von Ende 2012 bis zum Ende des ersten Quartals 2021 um 2,2 Prozent angestiegen ist, nahm die Zahl der IT-Fachkräfte um 51,9 Prozent und der IT-Experten um 96,9 Prozent zu. Bei MINT-Experten lag der Zuwachs hingegen insgesamt bei 37,5 Prozent.

Der Frauenanteil in MINT Berufen steigt zu langsam

Der Frauenanteil in den MINT-Berufen hat sich von Ende 2012 bis Ende März 2021 von 13,8 auf 15,5 Prozent nur leicht erhöht. Besonders in IT-Berufen und im Bereich E-Technik ist der Frauenanteil gering. Der Anteil der Frauen in den IT-Facharbeiterberufen ist von 15,5 Prozent Ende 2012 auf 15,1 Prozent Ende März 2021 gesunken, bei den IT-Spezialistenberufen und in IT-Expertenberufen steigt der Frauenanteil jedoch leicht. In den fachlich ausgerichteten Tätigkeiten der Energie- und Elektrotechnik nahm der Frauenanteil von 6,8 Prozent Ende 2012 nur leicht auf 7,0 Prozent Ende März 2021 zu. In den Spezialistentätigkeiten stieg die Quote von 16,1 auf 16,6 Prozent und im Ingenieurbereich von 7,6 auf 9,8 Prozent.

Der Frauenanteil in mathematisch-naturwissenschaftlichen Berufen ist hingegen hoch: Auf Ebene der Facharbeiterberufe beträgt der Frauenanteil Ende März 2021 hier sogar 90,0 Prozent – ein leichter Rückgang von 91,6 Prozent Ende 2012.

Über den MINT-Report des IW Köln

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln erstellt den Report zwei Mal im Jahr im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall und der Initiative „MINT Zukunft schaffen“.


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Sarah Schmoll

Integration von Geflüchteten, MINT-Talentförderung, Projekte

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