Letzte Aktualisierung: 28. Juli 2021

Pressemitteilung

Erholung in der M+E Industrie setzt sich fort – Aufschwung durch Materialmangel gebremst – Vorrezessionsniveau wird erst 2022 erreicht / Döring: „Materialmangel und Unsicherheiten bremsen Produktionsentwicklung“

28.07.2021 - Augsburg

Die M+E Industrie in Schwaben erholt sich von den wirtschaftlichen Auswirkungen der weltweiten Corona-Krise. Gebremst wird der Aufholprozess von einem zum Teil massiven Mangel an Material und Vorprodukten. Das ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm unter ihren Mitgliedsunternehmen, die heute in Augsburg vorgestellt wurde. „Unsere Unternehmen in Schwaben sind wieder zuversichtlich. So hat sich die aktuelle Geschäftslage gegenüber dem Winter deutlich verbessert, der Saldo liegt klar im positiven Bereich. Fast jeder zweite Betrieb bezeichnet das aktuelle Inlandsgeschäft als gut, 63 Prozent das Auslandsgeschäft. Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf sind insgesamt positiv, allerdings belasten die großen Unsicherheiten und der Transformationsdruck die Unternehmen. Klar ist jedoch, es geht bergauf. So werden wir in diesem Jahr das Niveau von vor der Corona-Krise erreichen, das Vorrezessionsniveau aus dem Jahr 2018 aber erst 2022“, sagt Martin Döring, Vorsitzender des Vorstands der bayme vbm Region Augsburg.

Erstmals seit Sommer 2019 liegen die inländischen Beschäftigungspläne der Unternehmen wieder im positiven Bereich. „Knapp elf Prozent der Unternehmen planen einen Beschäftigungsaufbau, nur drei Prozent befürchten, Stellen abbauen zu müssen. Wir erwarten ein Auslaufen des Beschäftigungsrückgangs zum Jahresende. Im Jahresverlauf wird die Beschäftigung allerdings noch um rund 1.500 Stellen abnehmen. Damit werden zum Ende des Jahres in der schwäbischen M+E Industrie rund 133.000 Personen beschäftigt sein“, so Döring.

Die Beschäftigungspläne stehen unter den unsicheren Vorzeichen der Transformation, die zu einer heterogenen Entwicklung am Arbeitsmarkt führt. „Wir steuern auf eine Parallelität von Stellenauf- und -abbau zu. Während die Transformation in der M+E Industrie auf der einen Seite dazu führt, dass Arbeitsplätze wegfallen, entstehen auf der anderen Seite auch neue. Hier zeigt sich ein qualifikatorischer Mismatch. Zeitgleich sehen wir Kurzarbeit bei gleichzeitigem Arbeitskräftemangel“, erklärt Döring. So fahren knapp 22 Prozent unserer Unternehmen weiterhin Kurzarbeit. Hauptgründe sind bei über 71 Prozent der Unternehmen mangelnde Aufträge, bei sieben Prozent fehlendes Material und bei 21 Prozent beides.

Im Jahresdurchschnitt 2021 dürfte die Produktion bayernweit um 15 Prozent steigen. Für das kommende Halbjahr wollen 47 Prozent der Unternehmen in Schwaben den Output erhöhen, nur fünf Prozent müssen diesen zurückfahren. „Gebremst wird die Produktion jedoch durch fehlende Rohstoffe, fehlendes Material und fehlende Vorprodukte. Die Gründe dafür sind insgesamt vielfältig, insbesondere wirken sich aber die nach den Verwerfungen der Corona-Pandemie nur langsam wieder an Fahrt aufnehmenden weltweiten Handels- und Produktionstätigkeiten bremsend aus. Das ist inzwischen ein echtes Aufschwung-Hindernis“, kommentiert Döring. So ist die Produktion bei fast jedem zweiten Unternehmen durch fehlendes Material spürbar beeinträchtigt, bei 27 Prozent sogar stark. „Betroffen sind vor allem Rohstoffe und Vorprodukte. Dabei kommt es fast überall zu Lieferverzögerungen. Die Betriebe berichten auch über spürbare Kostenaufschläge. Das ist bei vollen Auftragsbüchern eine Situation, die wir uns nicht leisten können“, betont Döring.

Auch bei den Investitionen schlagen sich die Unsicherheiten nieder: Nur rund 23 Prozent der Unternehmen wollen in der zweiten Jahreshälfte mehr investieren. „Uns stimmt aber zuversichtlich, dass rund ein Viertel aller Investitionen auf Erweiterungen entfallen. Das ist ein starkes Signal für unseren Standort“, findet Döring und ergänzt: „Unsere Unternehmen brauchen mehr Luft für Investitionen, bilden diese doch den Grundstein für einen dauerhaften Aufschwung und die Bewältigung der Transformation.“


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Tobias Rademacher

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