Letzte Aktualisierung: 20. Oktober 2021

Pressemitteilung

Produktionsbehinderungen durch fehlende Rohstoffe und Vorprodukte: 94 Prozent der mittelfränkischen M+E Betriebe betroffen / Brossardt: „Ende der Mangelsituation erst in der zweiten Hälfte 2022 erwartet“

20.10.2021 - Nürnberg

94 Prozent der Betriebe der mittelfränkischen Metall- und Elektro-Industrie werden aktuell durch einen Mangel an Rohstoffen, Material und Vorprodukten in ihrer Produktion beeinträchtigt, fast ein Drittel davon sogar stark. „Das sind alarmierende Zahlen. Sie belegen eindrücklich die dramatische Lage in der bayerischen M+E Industrie. Der an Dynamik gewinnende Aufschwung aus dem tiefen Corona-Tal droht an Lieferengpässen und Materialknappheit zu scheitern“, kommentiert bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt eine aktuelle Umfrage M+E-Arbeitgeberverbände unter ihren mittelfränkischen Mitgliedsunternehmen.

Laut Umfrage kämpfen mehr als 95 Prozent der Unternehmen mit einem Mangel an Material und Rohstoffen, ähnlich sieht es bei den Vorprodukten aus. Nahezu alle Betriebe sind von verspäteten Lieferungen betroffen, bei 60 bis 70 Prozent wird zu wenig geliefert und bei mehr als jedem fünften Betrieb weisen die Lieferungen eine unzureichende Qualität auf. „Besonders erschreckend ist, dass mehr als die Hälfte der Betriebe einzelne Materialien überhaupt nicht mehr bekommt. Da steht mitunter die gesamte Produktion still“, erklärt Brossardt und ergänzt: „Zeitgleich sind die Einkaufspreise im Schnitt bei Rohstoffen bereits um 44 Prozent, und bei Vorprodukten um 30 Prozent gestiegen. Das belastet unseren Standort mitten im Aufschwung schwer.“

Die Probleme für den aktuellen Materialmangel bestehen entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Produktion und bei Transportschwierigkeiten. „Besonders betroffen sind hier Lieferungen aus dem Inland und China. Mehr als die Hälfte alle Betriebe berichten von Beeinträchtigungen“, so Brossardt. Während fast 56 Prozent der Unternehmen Probleme mit Lieferungen aus dem Inland hat, sind es aus China knapp 63 Prozent.

Laut Umfrage erwarten mehr als ein Drittel der Betriebe das Ende der Mangelsituation erst in der zweiten Jahreshälfte 2022, fast ein Drittel kann es noch gar nicht abschätzen. „Schon heute liegt der erwartete Umsatzrückgang im Kalenderjahr 2021 bei im Durchschnitt 14,8 Prozent. Die Reaktionen reichen von der Suche nach alternativen Lieferanten und Produkten, über Preiserhöhungen, die Einschränkung der Produktion bis hin zur Kurzarbeit“, berichtet Brossardt und fordert: „Schon jetzt müssen 27,7 Prozent der Betriebe wegen der Lieferengpässe kurzarbeiten. Die Politik sollte deshalb eine Verlängerung der verbesserten Kurzarbeiterreglungen verabschieden. Außerdem würde eine optimierte Zollabfertigung weiterhelfen.“

Die Umfrage wurde zwischen dem 12. und 17. Oktober durchgeführt.


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Alexander Perschel

Presse- / Öffentlichkeitsarbeit

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