Letzte Aktualisierung: 19. Oktober 2021

Pressemitteilung

Produktionsbehinderungen durch fehlende Rohstoffe und Vorprodukte: 96 Prozent der bayerischen M+E Betriebe betroffen / Brossardt: „Ende der Mangelsituation erst in der zweiten Hälfte 2022 erwartet“

19.10.2021 - München

96 Prozent der Betriebe der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie werden aktuell durch einen Mangel an Rohstoffen, Material und Vorprodukten in ihrer Produktion beeinträchtigt, rund 40 Prozent sogar stark. „Das sind alarmierende Zahlen. Sie belegen eindrücklich die dramatische Lage in der bayerischen M+E Industrie. Der an Dynamik gewinnende Aufschwung aus dem tiefen Corona-Tal droht an Lieferengpässen und Materialknappheit zu scheitern“, kommentiert bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt eine aktuelle Umfrage der bayerischen M+E-Arbeitgeberverbände unter ihren Mitgliedsunternehmen.

Laut Umfrage kämpfen mehr als vier von fünf Unternehmen mit einem Mangel an Material und Rohstoffen, ähnlich sieht es bei den Vorprodukten aus. Nahezu alle Betriebe sind von verspäteten Lieferungen betroffen, bei zwei Dritteln wird zu wenig geliefert und bei jedem fünften Betrieb weisen die Lieferungen eine unzureichende Qualität auf. „Besonders erschreckend ist, dass mehr als die Hälfte der Betriebe einzelne Materialien überhaupt nicht mehr bekommt. Da steht mitunter die gesamte Produktion still“, erklärt Brossardt und ergänzt: „Zeitgleich sind die Einkaufspreise im Schnitt bereits um über ein Drittel gestiegen. Das belastet unseren Standort mitten im Aufschwung schwer.“

Die Probleme für den aktuellen Materialmangel bestehen entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Produktion und bei Transportschwierigkeiten. „Besonders betroffen sind hier Lieferungen aus dem Inland und aus China. Jeweils zwei von drei Betrieben berichten von Beeinträchtigungen“, so Brossardt. Während noch jedes fünfte Unternehmen Probleme mit Lieferungen aus den USA hat, sind es aus den mittel- und osteuropäischen Ländern nur rund zwei Prozent.

Laut Umfrage erwarten 37 Prozent der Betriebe das Ende der Mangelsituation erst in der zweiten Jahreshälfte 2022, nahezu die gleiche Anzahl kann es noch gar nicht abschätzen. „Schon heute liegt der erwartete Umsatzrückgang im Kalenderjahr 2021 bei im Durchschnitt 13 Prozent. Die Reaktionen reichen von der Suche nach alternativen Lieferanten und Produkten, über Preiserhöhungen, die Einschränkung der Produktion bis hin zur Kurzarbeit“, berichtet Brossardt und fordert: „Schon jetzt muss jeder fünfte Betrieb wegen der Lieferengpässe kurzarbeiten. Die Politik sollte deshalb eine Verlängerung der verbesserten Kurzarbeiterreglungen verabschieden. Außerdem würde eine optimierte Zollabfertigung weiterhelfen.“

Die Umfrage wurde zwischen dem 12. und 17. Oktober durchgeführt.


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Tobias Rademacher

Presse- / Öffentlichkeitsarbeit

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