Letzte Aktualisierung: 20. Oktober 2021

Pressemitteilung

Produktionsbehinderungen durch fehlende Rohstoffe und Vorprodukte: 96 Prozent der niederbayerischen M+E Betriebe betroffen / Brossardt: „Ende der Mangelsituation erst in der zweiten Hälfte 2022 erwartet“

20.10.2021 - Passau

Fast 96 Prozent der Betriebe der niederbayerischen Metall- und Elektro-Industrie werden aktuell durch einen Mangel an Rohstoffen, Material und Vorprodukten in ihrer Produktion beeinträchtigt, die Hälfte davon sogar stark. „Das sind alarmierende Zahlen. Sie belegen eindrücklich die dramatische Lage in der bayerischen M+E Industrie. Der an Dynamik gewinnende Aufschwung aus dem tiefen Corona-Tal droht an Lieferengpässen und Materialknappheit zu scheitern“, kommentiert bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt eine aktuelle Umfrage M+E-Arbeitgeberverbände unter ihren niederbayerischen Mitgliedsunternehmen.

Laut Umfrage kämpfen mehr als 82 Prozent der Unternehmen mit einem Mangel an Material und Rohstoffen, ähnlich sieht es bei den Vorprodukten aus. Nahezu alle Betriebe sind von verspäteten Lieferungen betroffen, bei mehr als vier von fünf Betrieben wird zu wenig geliefert und bei rund jedem fünften Betrieb weisen die Lieferungen eine unzureichende Qualität auf. „Besonders erschreckend ist, dass etwa die Hälfte der Betriebe einzelne Materialien überhaupt nicht mehr bekommt. Da steht mitunter die gesamte Produktion still“, erklärt Brossardt und ergänzt: „Zeitgleich sind die Einkaufspreise im Schnitt bereits um 21 Prozent bei Rohstoffen und um 13 Prozent bei Vorprodukten gestiegen. Das belastet unseren Standort mitten im Aufschwung schwer.“

Die Probleme für den aktuellen Materialmangel bestehen entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Produktion und bei Transportschwierigkeiten. „Besonders betroffen sind hier Lieferungen aus dem Inland und aus China. Fast 90 Prozent aller Betriebe berichten von Beeinträchtigungen bei Rohstoffen aus dem Inland“, so Brossardt. Während rund 74 Prozent der Unternehmen Probleme mit Rohstoffen aus China haben, betrifft es Lieferungen von Vorprodukten aus China zu fast 90 Prozent. Bei den mittel- und osteuropäischen Ländern sind es dabei nur rund fünf Prozent.

Laut Umfrage erwarten etwa die Hälfte der Betriebe das Ende der Mangelsituation erst in der zweiten Jahreshälfte 2022, etwa ein Fünftel der Betriebe können es noch gar nicht abschätzen. „Schon heute liegt der erwartete Umsatzrückgang im Kalenderjahr 2021 bei im Durchschnitt um rund 11 Prozent. Die Reaktionen reichen von der Suche nach alternativen Lieferanten und Produkten, über Preiserhöhungen, die Einschränkung der Produktion bis hin zur Kurzarbeit“, berichtet Brossardt und fordert: „Schon jetzt müssen etwa 9 Prozent der Betriebe wegen der Lieferengpässe kurzarbeiten. Die Politik sollte deshalb eine Verlängerung der verbesserten Kurzarbeiterreglungen verabschieden. Außerdem würde eine optimierte Zollabfertigung weiterhelfen.“

Die Umfrage wurde zwischen dem 12. und 17. Oktober durchgeführt.


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Thomas Hansbauer

Presse- / Öffentlichkeitsarbeit

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