Letzte Aktualisierung: 20. Oktober 2021

Pressemitteilung

Produktionsbehinderungen durch fehlende Rohstoffe und Vorprodukte: 98 Prozent der oberfränkischen M+E Betriebe betroffen / Brossardt: „Ende der Mangelsituation erst in der zweiten Hälfte 2022 erwartet“

20.10.2021 - Coburg

98 Prozent der Betriebe der oberfränkischen Metall- und Elektro-Industrie werden aktuell durch einen Mangel an Rohstoffen, Material und Vorprodukten in ihrer Produktion beeinträchtigt, rund 52,3 Prozent sogar stark. „Das sind alarmierende Zahlen. Sie belegen eindrücklich die dramatische Lage in der bayerischen M+E Industrie. Der an Dynamik gewinnende Aufschwung aus dem tiefen Corona-Tal droht an Lieferengpässen und Materialknappheit zu scheitern“, kommentiert bayme vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt eine aktuelle Umfrage der M+E-Arbeitgeberverbände unter ihren der oberfränkischen Mitgliedsunternehmen.

Laut Umfrage kämpfen rund vier Fünftel der Unternehmen mit einem Mangel an Material und Rohstoffen, ähnlich sieht es bei den Vorprodukten aus. Nahezu alle Betriebe sind von verspäteten Lieferungen betroffen, bei über zwei Dritteln wird zu wenig geliefert und bei fast jedem fünften Betrieb weisen die Rohstofflieferungen eine unzureichende Qualität auf. „Besonders erschreckend ist, dass mehr als die Hälfte der Betriebe einzelne Materialien überhaupt nicht mehr bekommt. Da steht mitunter die gesamte Produktion still“, erklärt Brossardt und ergänzt: „Zeitgleich sind die Einkaufspreise im Schnitt bereits um rund 30 Prozent gestiegen. Das belastet unseren Standort mitten im Aufschwung schwer.“

Die Probleme für den aktuellen Materialmangel bestehen entlang der gesamten Wertschöpfungskette in der Produktion und bei Transportschwierigkeiten. „Besonders betroffen sind hier Lieferungen aus dem Inland. Rund zwei Drittel der Betriebe berichten von Beeinträchtigungen“, so Brossardt. Bei Lieferungen aus den mittel- und osteuropäischen Ländern ist es nicht ein einziger Betrieb.

Laut Umfrage erwarten knapp 46 Prozent der Betriebe das Ende der Rohstoffmangelsituation erst in der zweiten Jahreshälfte 2022, fast 30 Prozent können es noch gar nicht abschätzen. „Schon heute liegt der erwartete Umsatzrückgang im Kalenderjahr 2021 bei im Durchschnitt zwölf Prozent. Die Reaktionen reichen von der Suche nach alternativen Lieferanten und Produkten, über Preiserhöhungen, die Einschränkung der Produktion bis hin zur Kurzarbeit“, berichtet Brossardt und fordert: „Schon jetzt müssen über 30 Prozent der Betriebe wegen der Lieferengpässe kurzarbeiten. Die Politik sollte deshalb eine Verlängerung der verbesserten Kurzarbeiterreglungen verabschieden. Außerdem würde eine optimierte Zollabfertigung weiterhelfen.“

Die Umfrage wurde zwischen dem 12. und 17. Oktober durchgeführt.


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Stefanie Eizenberger

Presse- / Öffentlichkeitsarbeit

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