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29.07.26 | Pressemitteilung

Industrie erholt sich leicht – Erwartungen sinken aber / Egretzberger: „Konjunktur- und Strukturkrise dämpfen die Geschäftserwartungen im In- und Ausland“

Die Lage in der schwäbischen Metall- und Elektro-Industrie bleibt durchwachsen. Die konjunkturelle Eintrübung im zweiten Halbjahr 2025 wirkt weiterhin nach und die Industrie konnte sich nur leicht erholen. „Die Erholung dürfte angesichts der sinkenden Erwartungen nur von kurzer Dauer sein. Fakt ist: Das Herz der bayerischen Wirtschaft blutet immer weiter aus. Wir müssen diesen Prozess stoppen, bevor die Deindustrialisierung nicht mehr aufzuhalten ist. Das jüngste Reformpaket der Bundesregierung zeigt den politischen Willen zur Veränderung. Es kann und darf aber nur ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen sein. Wichtig ist, dass jetzt nicht nachgelassen wird: Tempo und Entschlossenheit müssen auch bei der Reduzierung der Arbeitskosten und der Flexibilisierung der Arbeitszeit beibehalten werden. Nur so schaffen wir den Wechsel vom Abschwung zum Aufschwung“, fasst Gernot Egretzberger, Vorsitzender des Vorstands der bayme vbm Region Augsburg der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm, die Ergebnisse der aktuellen Umfrage unter den bayme vbm Mitgliedsunternehmen zusammen, die heute in Augsburg vorgestellt wurden.

Laut Umfrage erholte sich die aktuelle inländische Geschäftslage gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025, der Saldo aus positiven und negativen Antworten liegt im Inlandsgeschäft bei +7,9 Punkten. Das Auslandsgeschäft liegt mit 23,9 Punkten noch stärker im Plus. Größere Sorgen bereiten die sich dramatisch verschlechternden Erwartungen, die deutlich in den negativen Bereich gerutscht sind. Die Erwartungen für das Inlandsgeschäft liegen im Saldo bei -21,5 Punkten und im Auslandsgeschäft bei -23,9 Punkten. „Die Unternehmen sehen mit Sorge in die nähere Zukunft, das ist mehr als bedenklich. In der schwierigen Gesamtsituation aus lahmender Struktur- und Konjunkturkrise fehlt zunehmend die Hoffnung auf Besserung“, so Egretzberger.

Die Produktionspläne für das Inland verharren im negativen Bereich. „Weiterhin werden von der Produktion keine nennenswerten Impulse gesetzt werden“, erklärt Egretzberger und ergänzt: „Im Ausland wird die Produktion nach wie vor stärker ausgebaut. Ein klares Indiz für den Kostennachteil im Inland.“

Bei den Investitionsplänen der M+E Unternehmen besteht nach wie vor eine große Lücke zwischen In- und Ausland. So sind die inländischen im Saldo stark negativ (-27,7 Punkte), die ausländischen sind dagegen aber mit +22,1 Punkten klar höher. „Die Investitionszurückhaltung im Inland nimmt immer weiter zu, während Investitionen in das Ausland zunehmend attraktiver für immer mehr unserer schwäbischen Firmen werden.

Wir hoffen, dass der beschlossene Bürokratieabbau und die weiteren Entlastungsmaßnahmen hier zu einem Umdenken führen. Gefragt sind aber auch die Tarifpartner, die in der anstehenden Tarifrunde im Herbst die Weichen für die Zukunftsfähigkeit der M+E Industrie über die Arbeitskosten beeinflussen können. Denn diese sind ein entscheidender Standortfaktor, vor allem im Hinblick auf die Beschäftigung“, so Egretzberger.

Die Beschäftigungspläne der schwäbischen M+E Unternehmen sind im Saldo negativ. Demnach sieht sich knapp ein Drittel der Unternehmen gezwungen, Beschäftigung abzubauen. Weiterhin befinden sich zudem knapp 45 Prozent der Unternehmen in einem kritischen Ertragsbereich. „Dass das nicht lange gut gehen kann, sollte jedem klar sein“, berichtet Egretzberger.

Die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit bleibt daher eine Daueraufgabe. Denn auch das außenwirtschaftliche Umfeld belastet die Unternehmen durch US-Importzölle und den weiter schwelenden Irankrieg. Laut Umfrage bleiben die handelspolitische Ungewissheit und drohende neue Zölle das größte Risiko. Der Iran-Krieg ist hingegen ein genereller Kostenreiber, für Materialen und Rohstoffe, für Energie und für Transport- und Frachtkosten. „Wir setzen auf ein baldiges tatsächliches Ende der Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran sowie darauf, dass die beteiligten Parteien am Verhandlungstisch Lösungen finden“, sagt Egretzberger.