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16.06.26 | Pressemitteilung

Bonus verringert Akzeptanz von Tarifverträgen, schwächt Tarifbindung und Sozialpartnerschaft / Brossardt: „Mitgliedergewinnung der Gewerkschaft ist nicht Arbeitgeberaufgabe“

Der vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. setzte sich auf der Online-Veranstaltung „Fokus Tarif – Irrweg Gewerkschaftsbonus“ mit den Vorstellungen der Gewerkschaften nach einer Privilegierung ihrer Mitglieder auseinander. „Bonusregelungen sind ein tarifpolitischer Irrweg, den wir nicht betreten sollten. Verringern diese doch die Akzeptanz von Tarifverträgen und schwächen sowohl die Tarifbindung als auch die Sozialpartnerschaft“, betont vbm Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Laut vbm wäre ein Gewerkschaftsbonus ein klarer Eingriff in die negative Koalitionsfreiheit. „Das erzeugt einen faktischen Druck, der Gewerkschaft beizutreten, um von den finanziellen Vorteilen zu profitieren. Das lehnen wir entschieden ab, denn es muss jedem einzelnen freigestellt sein, kein Mitglied der Gewerkschaft zu werden“, erklärt Brossardt und ergänzt: „Darüber hinaus kommt es zu einer Spaltung der Belegschaften, da das Prinzip der Tarifeinheit untergraben wird. Es war eine wichtige Errungenschaft der Tarifpartner, dass alle Beschäftigten im Tarifbereich gleichbehandelt werden. Dies jetzt durch den Gewerkschaftsbonus zu konterkarieren und damit den Betriebsfrieden zu gefährden, ist unverantwortlich.“

Der vbm sieht die eigene Mitgliedergewinnung dagegen als ureigene Aufgabe von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden – und nicht des Staates. „Dafür ist jeder selbst verantwortlich. Es ist einfach unredlich, diese durch den Arbeitgeber finanzieren zu lassen. Das käme dem Vorschlag gleich, Rabatte für künftige Tariferhöhungen für langjährige tarifgebundene Unternehmen zu fordern“, so Brossardt.

Mit Blick auf die großen konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen erwartet der vbm Zurückhaltung in der im Herbst in der Metall- und Elektroindustrie anstehenden Tarifrunde. „Wir wünschen uns einen Abschluss mit Augenmaß, der sowohl für Unternehmen als auch für Beschäftigte einen guten Kompromiss darstellt. Maximalforderungen in die eine oder andere Richtung nutzen niemandem“, so Brossardt.