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13.03.26 | Pressemitteilung
21.000 Arbeitsplätze gingen 2025 verloren / Brossardt: „Zurückfinden zu alter wirtschaftlicher Stärke erfordert grundlegende Standortreform“
„Die wirtschaftliche Lage in der bayerischen M+E Industrie bleibt angespannt. Vor allem die strukturellen Herausforderungen belasten die Unternehmen und führen zu einem sich fortsetzenden Beschäftigungsrückgang. Konjunkturell sollte der Tiefpunkt erreicht sein, die Auftragseingänge nehmen erfreulicherweise wieder zu. Die Bundesregierung muss den Reformstau nun entschlossen und vor allem zügig angehen“, so fasst der Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbände bayme vbm, Bertram Brossardt, die Ergebnisse des aktuellen M+E Konjunkturreports der Verbände zusammen.
Die Produktion in der M+E Industrie stieg im Jahresdurchschnitt 2025 um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. bayme vbm waren ursprünglich von einem Produktionsrückgang für 2025 ausgegangen, nach einer Revision der Industrieproduktionsstatistik durch das Bayerische Landesamt für Statistik lag das Produktionsniveau im vergangenen Jahr aber im Plus und nicht im Minus. „Die Produktion liegt auf einem höheren Niveau, eine Belebung im Jahresverlauf hat es aber nicht gegeben“, ordnet Brossardt die Zahlen ein und ergänzt: „Erfreulich ist dagegen, dass die Auftragseingänge bei den bayerischen M+E Betrieben um 3,7 Prozent gegenüber 2024 gestiegen sind. Im letzten Quartal 2025 haben vor allem die Inlandsbestellungen kräftig zugenommen.“
Der Beschäftigungsabbau in der M+E Industrie setzt sich unterdessen weiter fort. Im Jahresverlauf 2025 gingen 21.000 Arbeitsplätze verloren. „Fakt ist: Seit dem letzten Höchststand im Januar 2024 wurden insgesamt 36.000 Stellen abgebaut. Die Lage ist und bleibt also weiterhin dramatisch“, macht Brossardt deutlich. Zumal sich der Beschäftigungsrückgang laut bayme vbm in den kommenden Monaten fortsetzen wird. Die Beschäftigungspläne der bayerischen M+E Unternehmen sind klar im negativen Bereich, was sich durch alle Branchen zieht. „Besonders negativ sind die Pläne in der Automobil- und Zulieferindustrie sowie bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen.“
Laut bayme vbm ist eine grundlegende Standortreform daher unumgänglich. Die schwarz-rote Bundesregierung ist zwar vielversprechend gestartet und hat richtige Akzente gesetzt, die Erwartungen der M+E Industrie wurden aber bislang nur unzureichend erfüllt. „Eine klare Schwachstelle der Regierung bleibt leider immer noch der fehlende Reformwille bei den sozialen Sicherungssystemen. Die Vorschläge der Sozialstaatskommission liegen zwar vor, eine Umsetzung ist aber erst Ende 2027 geplant. Damit verspielen wir wertvolle Zeit. Das gleiche gilt für den Bürokratieabbau: Hier gibt es zwar vielversprechende Ankündigungen, die konkrete Umsetzung lässt aber auf sich warten. Und letztendlich brauchen wir zügig die Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen – auch mit Blick auf die volatile Lage im Nahen Osten können unsere Firmen nach Jahren hoher Energiepreise keine weiteren exorbitanten Preissprünge mitmachen. Wir stecken immer noch in einer tiefgreifenden strukturellen Krise“, so Brossardt.
Den vollständigen M+E Konjunkturreport 01/2026 finden Sie hier: M+E Konjunkturreport 01/2026