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30.07.26 | Pressemitteilung

Weiterhin sehr schlechte Geschäftslage – Erwartungen haben sich verbessert / Wuttke: „Konjunktur- und Strukturkrise schlägt immer mehr durch“

Die Lage in der unterfränkischen Metall- und Elektroindustrie bleibt schlecht. Die konjunkturelle Eintrübung im zweiten Halbjahr 2025 wirkt weiterhin nach. „Die Talfahrt der bayerischen M+E Industrie ist zwar weniger steil, aber kontinuierlich bergab gerichtet. Es ist ein dramatisches Zeichen, dass das Herz der bayerischen Wirtschaft immer weiter ausblutet. Wir müssen diesen Prozess stoppen, bevor die Deindustrialisierung nicht mehr aufzuhalten ist. Das jüngste Reformpaket der Bundesregierung zeigt den politischen Willen zur Veränderung. Es kann und darf aber nur ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen sein. Wichtig ist, dass jetzt nicht nachgelassen wird: Tempo und Entschlossenheit müssen auch bei der Reduzierung der Arbeitskosten und der Flexibilisierung der Arbeitszeit beibehalten werden. Nur so schaffen wir den Wechsel vom Abschwung zum Aufschwung“, fasst Jörg Wuttke, Vorstandsvorsitzender der bayme vbm Region Main und Rhön die Ergebnisse der aktuellen Umfrage unter den bayme vbm Mitgliedsunternehmen zusammen, die heute in Würzburg vorgestellt wurden.

Laut Umfrage erholte sich die aktuelle inländische Geschäftslage in Unterfranken zwar leicht gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025, aber der Saldo aus positiven und negativen Antworten liegt im Inlandsgeschäft mit -41,1 Punkten weiter deutlich im negativen Bereich. Das Auslandsgeschäft liegt mit -33 Punkten ebenfalls klar im Minus. Dagegen haben sich die Erwartungen an die künftige Entwicklung gegenüber der Umfrage aus dem Winter verbessert und fallen nun wieder leicht positiv aus. Demnach liegen die Erwartungen für das Inlandsgeschäft im Saldo bei 8,4 Punkten und im Auslandsgeschäft bei 13,3 Punkten.

Die Produktionspläne für das Inland liegen ebenfalls wieder im positiven Bereich. „Es bleibt trotzdem dabei, dass von der Produktion keine nennenswerten Impulse gesetzt werden“, erklärt Wuttke und ergänzt: „Im Ausland wird die Produktion dagegen nach wie vor weiter ausgebaut. Ein klares Indiz für den Kostennachteil im Inland.“

Bei den Investitionsplänen der unterfränkischen M+E Unternehmen besteht nach wie vor eine beträchtliche Lücke zwischen In- und Ausland. So liegen die inländischen im Saldo zwar mit -25,3 Punkten deutlich im Minus, die ausländischen sind dagegen aber mit +21,5 Punkten klar expansiv. „Die Investitionszurückhaltung im Inland nimmt immer weiter zu, während Investitionen in das Ausland zunehmend attraktiver für immer mehr unserer unterfränkischen Firmen werden. Wir hoffen, dass der beschlossene Bürokratieabbau und die weiteren Entlastungsmaßnahmen hier zu einem Umdenken führen. Gefragt sind aber auch die Tarifpartner, die in der anstehenden Tarifrunde im Herbst die Weichen für die Zukunftsfähigkeit der M+E Industrie über die Arbeitskosten entscheidend beeinflussen können. Denn diese sind ein entscheidender Standortfaktor, vor allem im Hinblick auf die Beschäftigung“, so Wuttke.

Das zeigt sich auch an den Beschäftigungsplänen der unterfränkischen M+E Betriebe. Diese sind an den Auslandsstandorten mit einem Saldo von 62,6 Prozentpunkten expansiv ausgerichtet. Auch im Inland konnten sich die Beschäftigungspläne gegenüber der Winter-Umfrage stabilisieren. „Nur noch sechs Prozent der Betriebe müssen Stellen streichen, knapp 13 Prozent wollen Arbeitsplätze aufbauen. Weiterhin befinden sich 20 Prozent der Unternehmen in einem kritischen Ertragsbereich. „Dass das nicht lange gut gehen kann, sollte jedem klar sein“, berichtet Wuttke.

Die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit bleibt daher eine Daueraufgabe. Denn auch das außenwirtschaftliche Umfeld belastet die Unternehmen durch US-Importzölle und den weiter schwelenden Irankrieg. Laut Umfrage bleiben die handelspolitische Ungewissheit und drohende neue Zölle das größte Risiko. Der Iran-Krieg ist hingegen ein genereller Kostentreiber, für Materialien und Rohstoffe, für Energie und für Transport- und Frachtkosten. „Wir setzen auf ein baldiges tatsächliches Ende der Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran sowie darauf, dass die beteiligten Parteien am Verhandlungstisch Lösungen finden“, sagt Wuttke.

Link zur Auswertung: www.baymevbm.de/konjunkturumfrage