Kontakt in Ihrer Geschäftsstelle

Sobald Sie sich eingeloggt haben, finden Sie hier die passende Kontaktperson in Funktion Ihrer Geschäftsstelle vor Ort.

Autor*in des Beitrags

20.07.26 | Pressemitteilung

Pressestatement zur heutigen Pressekonferenz der IG Metall zur Betriebsrätebefragung

Bertram Brossardt – Hauptgeschäftsführer des vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V.:

„Wir wehren uns entschieden gegen den Vorwurf an die gesamte Unternehmerschaft im Freistaat, dass sie den Standort niederwirtschaften will. Das ist falsch und zeigt eine in Schieflage geratene Wahrnehmung. Anstatt gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, wird Besitzstandswahrung praktiziert. Das ist inakzeptabel.

Vielmehr sind der Beschäftigungsabbau und die Verlagerungen Ausdruck der tiefen Standortkrise, die uns fest im Griff hat. Ein Unternehmen, das nicht kostenddeckend wirtschaftet, das keinen Gewinn oder geringen Gewinn erzielt, das ist schlichtweg nicht überlebensfähig. Der Blick auf die Entwicklung von Löhnen und Gewinnen offenbart eindrücklich, dass etwas schiefläuft. So sind die Arbeitsentgelte im Zeitraum zwischen 2015 und 2025 pro Jahr um durchschnittlich 4,5 Prozent gestiegen, die Unternehmenseinkommen aber nur um 1,8 Prozent. Dieses Missverhältnis kann nicht gut gehen. Deutschland ist ein Hochlohnland und hohe Arbeitskosten bereits ein Treiber für Verlagerungen. Es ist daher unumgänglich, Kosten zu senken, um wieder die notwendigen Mittel für Investitionen und Innovationen zu haben. Wer das als ‚plumpe Kostensenkungsstrategie‘ bezeichnet, hat die Grundprinzipien der Sozialen Marktwirtschaft falsch verstanden. Denn ohne Gewinne wird langfristig Beschäftigung abgebaut, mit Gewinnen zeigt sich hingegen ein klarer Trend zum Beschäftigungsaufbau.

Wir müssen also zuallererst die Bedingungen an unserem Standort wieder deutlich verbessern. Vieles wurde in Gang gesetzt, noch viel mehr muss kommen. Arbeitskosten sind ein wichtiger Standortfaktor, vor allem im Hinblick auf die Beschäftigung, den die Tarifparteien selbst in der Hand haben. Im Herbst wird sich zeigen, ob wir als Tarifpartner die Weichen für eine zukunftsfähige M+E Industrie stellen können.“