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15.07.26 | Pressemitteilung

Weiterhin sehr schlechte Geschäftslage – Erwartungen wieder im negativen Bereich – Beschäftigungsabbau setzt sich fort / Brossardt: „Konjunktur- und Strukturkrise schlägt immer mehr auf Beschäftigung durch“

Die Lage in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie bleibt schlecht. Die konjunkturelle Eintrübung im zweiten Halbjahr 2025 wirkt weiterhin nach und die Aussichten für die kommenden Monate haben sich erneut verschlechtert. Die inländischen Produktionspläne stagnieren, Investitions- und Beschäftigungspläne zeigen einen weiteren Rückgang an. „Die Talfahrt der bayerischen M+E Industrie ist zwar weniger steil, aber kontinuierlich bergab gerichtet. Es ist ein dramatisches Zeichen, dass das Herz der bayerischen Wirtschaft immer weiter ausblutet. Wir müssen diesen Prozess stoppen, bevor die Deindustrialisierung nicht mehr aufzuhalten ist. Das jüngste Reformpaket der Bundesregierung zeigt den politischen Willen zur Veränderung, es kann und darf aber nur ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen sein. Wichtig ist, dass jetzt nicht nachgelassen wird: Tempo und Entschlossenheit müssen auch bei der Reduzierung der Arbeitskosten und der Flexibilisierung der Arbeitszeit beibehalten werden. Nur so schaffen wir den Wechsel vom Abschwung zum Aufschwung“, betont Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände bayme vbm, die Ergebnisse der aktuellen Umfrage unter den bayme vbm Mitgliedsunternehmen zusammen, die heute in München vorgestellt wurde.

Laut Umfrage erholte sich die aktuelle inländische Geschäftslage leicht gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025, verharrt aber seit mittlerweile drei Jahren im negativen Bereich. Fast drei von zehn Unternehmen bewerten die Geschäftslage immer noch als schlecht. Der Saldo aus positiven und negativen Antworten liegt im Inlandsgeschäft bei -6,2 Punkten. Das Auslandsgeschäft liegt mit -19,4 Punkten deutlicher im Minus und ist gegenüber der Winterumfrage sogar nochmals leicht gesunken. Noch größere Sorgen bereiten die sich immer weiter eintrübenden Erwartungen, die nun ebenfalls im negativen Bereich liegen. Die Erwartungen für das Inlandsgeschäft liegen im Saldo bei -2,6 Punkten und im Auslandsgeschäft bei -1,5 Punkten. „Die Unternehmen sehen die nähere Zukunft trotz der bereits schlechten Lage wieder negativ, das ist mehr als bedenklich. In der schwierigen Gesamtsituation aus lahmender Struktur- und Konjunkturkrise fehlt zunehmend die Hoffnung auf Besserung“, so Brossardt.

Bei den inländischen Produktionsplänen halten sich positive und negative Antworten die Waage. „Es bleibt dabei, dass von der Produktion keine nennenswerten Impulse gesetzt werden. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten wir daher einen Rückgang von rund 2,5 Prozent gegenüber dem Durchschnitt von 2025“, prognostiziert Brossardt und ergänzt: „Im Ausland wird die Produktion dagegen nach wie vor weiter ausgebaut. Ein klares Indiz für den Kostennachteil im Inland.“

Bei den Investitionsplänen der M+E Unternehmen besteht nach wie vor eine beträchtliche Lücke zwischen In- und Ausland. So sind die inländischen Investitionspläne im Saldo klar negativ (-12,6 Punkte), während die ausländischen bei +32 Punkten liegen. „Die Investitionszurückhaltung im Inland nimmt immer weiter zu, während das Ausland als attraktiver Investitionsstandort für immer mehr Firmen zur ersten Wahl wird. Wir hoffen, dass der beschlossene Bürokratieabbau und die weiteren Entlastungsmaßnahmen hier zu einem Umdenken führen. Gefragt sind aber auch die Tarifpartner, die in der anstehenden Tarifrunde im Herbst die Weichen für die Zukunftsfähigkeit der M+E Industrie über die Arbeitskosten entscheidend beeinflussen können. Denn diese sind ein entscheidender Standortfaktor, vor allem im Hinblick auf die Beschäftigung“, erläutert Brossardt.

Die Beschäftigungspläne der M+E Unternehmen sind dementsprechend negativ. Fast 29 Prozent der Unternehmen sehen sich gezwungen, Beschäftigung abzubauen. „Besonders betroffen ist die Automobil- und Zulieferindustrie. Aufgrund deren enger industrieller Verflechtung sind auch in anderen Branchen Arbeitsplätze gefährdet. Bereits 2025 sind rund 20.000 Stellen in der M+E Industrie abgebaut worden, in diesem Jahr erwarten wir einen Stellenverlust in ähnlicher Größenordnung. Denn weiterhin befinden sich 44 Prozent der Unternehmen in einem kritischen Ertragsbereich. Dass das nicht lange gut gehen kann, sollte jedem klar sein“, berichtet Brossardt.

Die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit bleibt daher eine Daueraufgabe. Denn auch das außenwirtschaftliche Umfeld belastet durch US-Importzölle und den weiter schwelenden Irankrieg die Unternehmen. Laut Umfrage bleiben die handelspolitische Ungewissheit und drohende neue Zölle das größte Risiko. Der Iran-Krieg ist hingegen ein genereller Kostenreiber, für Materialen und Rohstoffe, für Energie und für Transport- und Frachtkosten. „Wir setzen auf ein baldiges tatsächliches Ende der Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran sowie darauf, dass die beteiligten Parteien am Verhandlungstisch Lösungen finden“, sagt Brossardt.

Link zur Auswertung: www.baymevbm.de/konjunkturumfrage