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Autor*in des Beitrags

Volker Leinweber

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M+E Konjunkturumfrage Bayern – Sommer 2026

Statistik | Umfrage | 07/26

M+E Konjunkturumfrage Bayern – Sommer 2026

Die wirtschaftliche Lage in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie bleibt schlecht, die Erwartungen sind sogar wieder negativ. Das ist das Ergebnis unserer aktuellen Konjunkturumfrage, an der sich 167 bayme vbm Mitgliedsunternehmen mit insgesamt 325.000 Beschäftigten beteiligt haben.

Geschäftslage und -erwartungen

Seit nunmehr drei Jahren bewerten die Unternehmen die aktuelle Geschäftslage nach wie vor per Saldo negativ. Bezogen auf das Inlandsgeschäft liegt der Saldo aus positiven und negativen Antworten aktuell bei -6,2 Prozentpunkten, für das Auslandsgeschäft sogar bei -19,4 Punkten.

Die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich weiter eingetrübt und sind sogar in den negativen Bereich gesunken. Für das Inlandsgeschäft ergibt sich ein Erwartungssaldo von -2,6 Prozentpunkten, bezogen auf das Exportgeschäft liegt der Saldo aus optimistischen und pessimistischen Erwartungen bei -1,5 Punkten.

Produktions- und Investitionspläne

Die Produktionspläne der M+E Unternehmen für die Inlandsstandorte fielen vor einem halben Jahr wieder in den negativen Bereich. In der aktuellen Umfrage halten sich positive und negative Antworten mit jeweils rund 24 Prozent in etwa die Waage. An den Auslandsstandorten sind die Unternehmenspläne klar expansiv.

Die Investitionspläne für die Inlandsstandorte sind weiterhin negativ. Ähnlich wie im Winter 2025 gaben 17 Prozent der Betriebe an, ihre Inlandsinvestitionen in den kommenden Monaten ausweiten zu wollen, fast drei von zehn Firmen wollen die Investitionen hingegen zurückfahren. Zudem entfallen nur elf Prozent auf Erweiterungsmaßnahmen, das ist der niedrigste Anteil, den wir seit Beginn unserer Umfrage vor 25 Jahren jeweils gemessen haben. Im Ausland sollen die Investitionen steigen.

Ertragslage

Die Ertragslage bleibt sehr angespannt. 17 Prozent der befragten Unternehmen befürchten, im laufenden Jahr Verluste zu schreiben, weitere 12,5 Prozent kommen über eine schwarze Null nicht hinaus. Eine unzureichende Nettoumsatzrendite von bis zu zwei Prozent erwarten knapp 15 Prozent. Damit befinden sich insgesamt 44 Prozent der M+E Unternehmen in einem kritischen Ertragsbereich.

Beschäftigungspläne

Die Unternehmenspläne zeigen eine Fortsetzung des Beschäftigungsrückgangs im Inland an. Nur zwölf Prozent der Betriebe wollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, fast 29 Prozent hingegen müssen Stellen abbauen. Damit bleibt der Saldo klar negativ bei -16,8 Prozentpunkten.

Ein besonders kräftiger Beschäftigungsrückgang ist in der Automobil- und Zulieferindustrie zu befürchten. Auch im Maschinenbau und bei den Herstellern von Metallerzeugnissen ist der Saldo der Beschäftigungspläne negativ. In der Elektronikindustrie halten sich positive und negative Pläne die Waage, ein Stellenzuwachs ist im Sonstigen Fahrzeugbau und bei den Herstellern elektrischer Ausrüstungen zu erwarten.

Belastung durch Iran-Krieg, US-Politik und Standortprobleme im Inland

Für drei Viertel der befragten Unternehmen hat der Iran-Krieg negative wirtschaftliche Auswirkungen. Hauptproblem sind gestiegene Kosten für Energie, Transport sowie für Rohstoffe und Materialien. Zum Teil kam es auch bereits zu Lieferengpässen.

Die Zoll- und Handelspolitik der US-Administration stellt ebenfalls eine Belastung für die Unternehmen dar. Neben den direkten Zollbelastungen wirkt sich vor allem die handelspolitische Unsicherheit negativ auf die Unternehmen aus.

Ein Kernproblem sind die Standortbedingungen in Deutschland. Insgesamt fast 90 Prozent der befragten M+E Unternehmen gaben an, dass sich die Standortbedingungen im letzten Jahrzehnt verschlechtert haben, für 46 Prozent haben sogar „deutlich“. Kernpunkte sind Arbeitskosten, Bürokratie und Regulierung sowie die fehlende Planungssicherheit der Wirtschaftspolitik.