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06.08.26 | International | Information
Auswirkungen der US-Zölle auf die bayerische M+E Industrie
Die USA sind ein zentraler Markt und Investitionsstandort für die bayerische Industrie. In den letzten Wochen haben sich 167 bayme vbm Mitglieder mit insgesamt 325.000 Beschäftigten an unserer Konjunkturumfrage beteiligt und sich dazu geäußert, wie sie von der US-Zollpolitik betroffen sind. Etwa 70 Prozent der von uns befragten Betriebe haben eine Geschäftsbeziehung in die USA. Knapp 60 Prozent exportieren Waren dorthin. Mehr als ein Fünftel hat einen Standort in den Vereinigten Staaten. 14 Prozent beziehen Waren aus den USA.
Handelspolitische Unsicherheit und Zölle belasten bayerische Betriebe
Die Unternehmen empfinden vor allem die handelspolitische Ungewissheit und drohende neue Zölle als belastend. An zweiter und dritter Stelle stehen Zölle, die im Befragungszeitraum erhoben wurden. Das waren die Zölle auf Stahl und Aluminiumimporte sowie der sogenannte „globale Zollsatz“ von 10 Prozent. Knapp ein Jahr, nachdem sich die Vereinigten Staaten und die Europäische Union im Handelsstreit geeinigt haben, sagen mehr als 60 Prozent der Betriebe mit Geschäftsbeziehung in die USA, dass die mit der US-Handelspolitik verbundene Unsicherheit und drohende neue Zölle die größte Belastung im Handel mit den USA sind.
Kaum positive Effekte durch angepasste Zölle auf Stahl und Aluminium
Im April und Juni 2026 haben die Vereinigten Staaten die Zölle auf Stahl und Aluminium sowie auf Produkte, die diese Metalle enthalten, angepasst. Die Zollbelastung für „strategisch wichtige Produkte“ wurde bis Ende 2027 gesenkt. Ausgewählte Maschinen werden seitdem mit niedrigeren Zöllen belastet. Obwohl bayerische Maschinenexporte im transatlantischen Handel eine wichtige Rolle einnehmen, profitieren nur wenige Betriebe von diesen Änderungen. Außerdem senkten die USA die Zölle für Produkte, die zu mindestens 85 Prozent aus US-amerikanischem Stahl oder Aluminium bestehen, doch die Verarbeitung von US-Stahl und -Aluminium spielt in Bayern keine Rolle. Die Versuche der US-Regierung, die mit den Zöllen verbundene Bürokratie zu reduzieren, sind ebenfalls gescheitert. Der bayerischen M+E Industrie kommen die letzten Anpassungen der US-amerikanischen Stahl- und Aluminiumzölle also kaum zugute.
Zollkosten werden an Kunden weitergegeben
Unternehmen reagieren vor allem mit Preisanpassungen auf die Zölle. Über 45 Prozent der Befragten geben an, dass sie die Zollkosten ganz oder in Teilen an ihre Kunden weitergeben. Das heißt, bayerische Waren werden in den USA teurer und haben einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Unternehmen, die die Zölle nicht bezahlen müssen. Märkte außerhalb der Vereinigten Staaten gewinnen wegen der Zölle indes an Bedeutung: Mehr als ein Fünftel der Befragten erschließt aufgrund der US-Zollpolitik neue Absatz- oder Beschaffungsmärkte. So verringern die Unternehmen ihre Abhängigkeit vom US-Markt und die damit verbundenen Risiken.
Digitaler Erfahrungsaustausch zur transatlantischen Zusammenarbeit
Die Vereinigten Staaten bleiben ein zentraler Handelspartner und Investitionsstandort für die bayerische M+E Industrie. Erfahren Sie in unserem digitalen Erfahrungsaustausch am 15. Oktober 2026 mehr darüber, wie die Bundesrepublik die transatlantischen Beziehungen stärkt. Teilen Sie Ihre Erfahrungen aus dem US-Geschäft und lernen Sie die Perspektive anderer Unternehmen kennen. Mitglieder der Verbände können sich über die Webseite anmelden.